FEH-LEE-CHAY D STAR-AY-LA-SUE

Schappe Kulturquadrat, Obernauerstrasse 1d
6010 Kriens

Die Ausstellung im Kaminraum umfasst eine Videoarbeit und eine Installation, die unsere gegenwärtige Weltbühne als ein fragiles, mitunter absurdes Theater inszenieren – und zugleich die Frage aufwerfen, wie wir diese Realität deuten oder durchschauen können. 

Die Videoarbeit ist von außen durch einen Lüftungsschacht einsehbar und
zeigt einen erratisch ausschlagenden Pfeil – eine visuelle Achterbahnfahrt, die an die Unruhe und Dynamik der gegenwärtigen Weltlage und einem der Verantwortlichen - dem modernen Finanzkapitalismus erinnert. Die schwankende Kurve, ein Symbol für spekulative Dynamiken und ökonomische Hypes, bewegt sich schnell und unvorhersehbar. Immer wieder scheint er anzusetzen, sich selbst zu verschlingen – wie ein kannibalischer Impuls innerhalb eines instabilen Systems. 

Im Inneren des Kamins verbirgt sich hinter einem Vorhang eine fragmentierte Figur, die den Blick der Besucher*innen erwidert. Ist es ein Selbstporträt, ein Monster, oder versteckt sich hier vielleicht ein Anlageberater? Die Szene wirkt wie ein schlechtes Theaterstück, dessen Mechanismen zugleich offenliegen und doch hinter dem glitzernden Vorhang verborgen bleiben. 

Beide Arbeiten beziehen sich u. a. auf das Buch ‚Cannibal Capitalism‘ von Nancy Fraser, das den Kapitalismus als selbstkonsumierendes System beschreibt – ein Zeitalter, in dem die Grundlagen der eigenen Existenz fortwährend aufgezehrt werden, während das Schauspiel unaufhörlich weiterläuft.

www.marcorusso.ch